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HELICOBAKTER
 

Die Helicobakter Infektion ist eine der häufigsten Infektionen weltweit. In Österreich sind laut Schätzung rund 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung infiziert. (Ältere Menschen häufiger als junge, Grund ist die zunehmende Hygiene im Bereich der Lebensmittel) Ungefähr 10 Prozent der Infizierten erkranken im Laufe ihres Lebens an einem Zwölffingerdarmgeschwür oder Magengeschwür. Die Neuinfektion erfolgt praktisch nur im Kindesalter. In den industrialisierten Ländern seltener als in den Entwicklungsländern; dort ist die Rate deutlich höher. Der Helicobakter kann in jedem Fall behandelt werden. Nach meiner praktischen Erfahrung seit dem Jahre 1989 sollte er bei allen Patienten mit Geschwür im oberen Verdauungstrakt oder bei mikroskopisch nachgewiesener hoch aktiven Helicobaktergastritis behandelt werden. Aus diesem Grund sollte bei jeder Gastroskopie auch eine Gewebsprobe entnommen werden. Nach einer Therapie (Eradikation), bei dem das Bakterium abgetötet wird, kann es zu einer Entzündung der Speiseröhre kommen. Der Grund dafür konnte bis jetzt noch nicht wissenschaftlich geklärt werden. Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich zirka 20.000 Gastroskopien durchgeführt, dabei konnte ich feststellen, dass durch die breite Anwendung der Helicobakter-Behandlung, die Zahl der Geschwüre ständig sinkt.

Neue Therapiemöglichkeiten

Die Entdeckung des Helicobakters vor fast zwanzig Jahren bedeutete eine Revolution in der Behandlung von Magenleiden. Ein großer Teil der Magen- und Dünndarmgeschwüre sind seitdem heilbar. In den achtziger Jahren berichteten australische Wissenschaftler erstmals über einen im Magen entdeckten spiralförmigen Keim, damals noch Campylobakter-like-organism (CLO) genannt. Doch die Welt der Wissenschaft nahm kaum Notiz davon. Offenbar wollte niemand daran glauben, dass es doch Mikroorganismen gibt, die im sauren Milieu des Magens überleben können. Heute steht fest: Der pathogene (krankheitserregende) Keim ist an der Entstehung zahlreicher und ernsthafter Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Zwölffingerdarmgeschwür und bestimmter Magentumore beteiligt. Er wurde daher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1994 als krebserregend eingestuft.

Vermutet wird, dass Helicobakter schon in der Kindheit übertragen wird. Der Keim kann zum Beispiel durch Küsse oder durch Ablecken des Babylöffels beim Füttern von infizierten Eltern auf das Kind übergehen. Studien haben ergeben, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch außerdem durch Erbrochenes oder Kot möglich ist. Als Risikofaktoren für eine Helicobakter-Pylori-Infektion gelten deshalb vor allem schlechte sanitäre und hygienische Verhältnisse. Neueren Erkenntnissen zufolge kann Helicobakter auch von Tieren – insbesondere Hund und Katze – auf den Menschen übertragen werden. Ebenso birgt nicht aufbereitetes Brunnenwasser eine erhöhte Infektionsgefahr.