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Darmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren und wird in der Fachsprache kolorektales Karzinom genannt. Spricht man von Darmkrebs, so ist damit fast immer eine Krebserkrankung des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom) gemeint. Krebserkrankungen des Dünndarms kommen extrem selten vor, haben andere Ursachen als das kolorektale Karzinom und werden auch anders therapiert.

Häufigkeit der Erkrankung: Der Dickdarmkrebs gehört in der gesamten westlichen Welt zu den häufigsten bösartigen Tumoren. In der Krebs-Todesfall-Statistik steht der Darmkrebs an zweiter Stelle (nach dem Lungenkrebs beim Mann und dem Brustkrebs bei der Frau).

Alter der Erkrankten: Nur fünf Prozent der Patienten sind jünger als vierzig Jahre. Ab diesem Alter tritt der Darmkrebs dann jedoch verstärkt auf und hat seinen Häufigkeitsgipfel im 65. Lebensjahr. 70 Prozent der Darmkrebserkrankungen werden zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr festgestellt. Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr für die gesamte Bevölkerung sind daher sinnvoll und wichtig. Erfreulicherweise hat die Sterblichkeit an Darmkrebs in den letzten 40 Jahren abgenommen. Auch die Neuerkrankungsraten weisen keinen weiteren Anstieg auf. Dies ist auf die Verbesserungen in der Behandlung vor allem aber auf die Maßnahmen zur Früherkennung zurückzuführen.

Vererbliche Formen von Darmkrebs: Darmkrebs tritt in etwa zehn Prozent familiär gehäuft auf. Mit wachsendem Verständnis über die genetischen Grundlagen der Krebserkrankung hat man Gene ausfindig gemacht, die in ihrer veränderten Form von Generation zu Generation vererbt werden und darmkrebsauslösend sind.

Man kennt heute zwei Formen von vererbtem Darmkrebs. Zum einen die "familiäre adenomatöse Polyposis", kurz FAP, zum anderen das "hereditäre nicht-polypöse kolorektales Karzinom" (HNPCC), das nach seinem wichtigsten Beschreiber auch Lynch-Syndrom genannt wird. FAP (= Familiäre Adenomatöse Polyposis): Bei der FAP entstehen bereits bei jungen Menschen hunderte bis tausende Polypen im Dickdarm. Da aufgrund der Vielzahl nicht mehr jedes einzelne Adenom entfernt werden kann, entschliesst man sich heute bereits bei jungen Patienten, den gesamten Dickdarm und einen Teil des Enddarmes zu entfernen.

HNPCC (= Hereditäres Nicht-Polypöses Colorectales Carcinom) Lynch-Syndrom: Anders ist es bei der HNPCC, dem so genannten Lynch-Syndrom. Im Gegensatz zur FAP entstehen hier nur einzelne Adenome, oftmals im aufsteigenden Dickdarmabschnitt. Diese werden häufig bereits in jungen Jahren zu Dickdarmkrebs. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten, die den Gendefekt in sich tragen, regelmäßig (alle ein bis zwei Jahre) eine Dickdarmspiegelung vornehmen lassen. Wenn alle der folgenden Kriterien (sog. Amsterdam Kriterien) in einem Familienstammbaum erfüllt sind, ist das Vorliegen eines Lynch-Syndroms sehr wahrscheinlich: Mindestens drei Familienangehörige haben oder hatten Darmkrebs (mindestens zwei davon sind erstgradig verwandt). Mindestens zwei Generationen sind oder waren davon betroffen. Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Erkrankungsbeginn jünger als 50 Jahre. Eine FAP ist ausgeschlossen. Für beide Darmerkrankungen existieren mittlerweile genetische Tests, die feststellen können, welche Familienmitglieder die genetische Veränderung aufweisen. Genetische Beratungsstellen der Universitäten können hier genaue Informationen geben.