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PATIENTENBRIEF ZUM THEMA BLUTHOCHDRUCK
 

Blutdrucksenkende Medikamente können Leben retten. Sie schützen vor Schlaganfall und Demenz nicht nur vom vaskulären Typ, sondern auch vom Alzheimertyp! Wenn Ihnen Ihr Arzt solche lebensrettende Medikamente verschreibt, dann nehmen Sie diese bitte regelmäßig und gemäß der Verordnung Ihres Arztes ein.

Der medizinische Fortschritt der vergangenen vierzig Jahre ist groß. Damals basierte die Medizin zum großen Teil auf Erfahrungswerten und nicht auf wissenschaftlich basierten Daten. Heute ist es umgekehrt. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen CT, MRI und Nuklearmedizin machen es uns zunehmend möglich, exakteste Diagnosen zu stellen. In den Therapiekonzepten hinken wir weiterhin nach. Dieser Umstand ist insbesondere deshalb bedauerlich, da wir davon ausgehen können, dass derzeit jeder zweite von uns einmal von einer Herz-Kreislauferkrankung betroffen ist oder sein wird und daran verstirbt und jeder vierte von uns an einem Malignom (Krebserkrankung).

Theoretisch könnte aber fast jede Herz-Kreislauferkrankung rechtzeitig erkannt, behandelt und damit vermieden werden. Von den Risikofaktoren, die zu diesem Erkrankungsmuster führen, steht an erster Stelle die moderne Lebensweise wie Hektik, Stress, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum, Nikotin. Diese Einflüsse führen bei jedem zweiten zur Erhöhung des Blutdrucks und in der Folge zur Organschädigung und nachfolgenden Verschlusskrankheiten. Eine Änderung unseres Lebensstils würde dieses Problem für viele von uns lösen. Zusätzlich benötigen wir zur Behandlung des Blutdrucks auch Medikamente.

Es ist aber nicht nur wichtig den Blutdruck zu senken, sondern es ist absolut wichtig den ZIELBLUTDRUCK zu erreichen. Dieser liegt bei Werten von 135/85 in JEDEM Lebensalter. Da wir aber nicht den Blutdruck messen, sondern den Manschettenblutdruck, sind alle Werte, die wir erheben nur annähernde Wirklichkeitswerte. Es müssen deshalb - da ja viele Werte zu hoch gemessen werden - viele niedere Werte registriert werden. In den letzten fünf Jahren haben aber immer mehr Beobachtungen gezeigt, dass hoher Blutdruck auch die Hauptursache für die Zunahme der Demenz, nicht nur vom vaskulären Typ, sondern auch vom Alzheimertyp darstellt.

Also bitte messen Sie oder lassen Sie Ihren Blutdruck messen, ergreifen Sie alle Maßnahmen, um ihn zu normalisieren, wie Gewichtsreduktion, Bewegung mindestens drei Mal wöchentlich ausgiebiger Spaziergang, Alkoholkonsum reduzieren, Salzkonsum meiden, viel Wasser trinken. Medikamentöse Behandlung, Einfachmedikation bis zu einer fünffach Kombination ist mitunter notwendig, Langzeitbehandlung bei Ihrem Arzt und dauernde Kontrollen sind gefordert. Sie können Studien im Internet nachlesen, alle ergeben eine ähnliche Aussage, die wie folgt zusammengefasst werden kann: Die Höhe des Blutdrucks geht linear mit den Ereignissen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzversagen, Demenzentwicklung und Subarachnoidalblutungen einher. Es werden laufend weltweite Studien, die diese Zusammenhänge klar aufzeigen veröffentlicht zum Beispiel „ASCOT“, oder die HYVET-Studie (Hypertension in the very elderly trial), die eindrucksvoll zeigen, dass es auch Sinn macht, bei über 80jährigen exakt den Blutdruck zu monitorisieren. Bitte informieren Sie sich und zeigen Sie sich bei der Behandlung kooperativ!

Ihr Dr. Richard Schönherr